Mit dem offiziellen Spatenstich gaben die Salzburg Linien heute, 19. Oktober 2026, den Startschuss für die umfassende Modernisierung und Erweiterung der Obusremise an der Alpenstraße 91. Bis 2031 werden rund 43 Millionen Euro in den Betriebshof investiert. Die neue Infrastruktur schafft die Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Obusbetrieb und die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in Salzburg.
Seit mehr als 75 Jahren ist die Obusremise in der Alpenstraße ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Salzburg. Was 1950 mit dem Bau der Zentralgarage begann und 1956 in den Vollbetrieb ging, hat sich gemeinsam mit dem Salzburger Obus über Jahrzehnte betrieblich weiterentwickelt. Jetzt wird dieser Standort für die Anforderungen eines modernen Stadtverkehrs neu aufgestellt.
Die Vorarbeiten dazu haben bereits im Mai des heurigen Jahres begonnen, mit dem heutigen Spatenstich beginnt die Umsetzung dieses umfangreichen Bauprojekts: Die bestehende Obusremise wird bei laufendem Betrieb schrittweise modernisiert und erweitert.
Mobilität bedeutet Lebensqualität
„Mobilität ist mehr, als von A nach B zu kommen. Mobilität bedeutet Lebensqualität, Freiheit, gibt die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ist entscheidend für einen starken Wirtschaftsstandort“, betont Landeshauptfrau Karoline Edtstadler.
„Es geht um die Menschen, die jeden Tag mit dem Obus zur Arbeit fahren, um Kinder auf ihrem Schulweg, aber auch um ältere Menschen, die selbstständig und sicher unterwegs sein wollen. Sie alle müssen sich auf einen guten öffentlichen Verkehr verlassen können. Die Landeshauptstadt spielt dabei als Verkehrsdrehscheibe und Knotenpunkt eine wichtige Rolle.
Mit der Modernisierung und Erweiterung der Obusremise investieren wir deshalb nicht nur in Gebäude und Technik, sondern vor allem in die Lebensqualität der Menschen. Wir schaffen damit die Grundlage für zukunftsorientierte Verkehrspolitik und ein leistungsfähiges, modernes und verlässliches Mobilitätsangebot.“
Starke Infrastruktur für die Zukunft des öffentlichen VerkehrsSalzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger und Verkehrsstadträtin Anna Schiester sehen in der Modernisierung der Obusremise eine Investition in die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Salzburg.
„Mit der Modernisierung und Erweiterung der Obusremise werden nicht nur 43 Millionen Euro in einen Betriebshof, sondern in die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Salzburg investiert. Die Zahl der Fahrgäste steigt, das Angebot wird laufend ausgebaut und mit der Liniennetzreform 2027 setzen wir den nächsten großen Schritt. Damit das möglich ist, braucht es eine starke Infrastruktur im Hintergrund. Die neue Remise schafft die Voraussetzungen für mehr Obusse, moderne Arbeitsplätze, nachhaltige Energieversorgung und einen noch leistungsfähigeren öffentlichen Verkehr. Wer den Umstieg auf Bus und Obus attraktiver machen will, muss heute die dafür notwendige Infrastruktur schaffen“, betont Bürgermeister Auinger.
„Wer den öffentlichen Verkehr stärken und mehr Menschen für den Umstieg gewinnen will, muss auch in die Infrastruktur investieren, die es dafür braucht. Mit der Modernisierung schaffen wir die Voraussetzungen für eine wachsende Obusflotte, effizientere Betriebsabläufe und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter“, so Verkehrsstadträtin Anna Schiester.
Keine Energiewende ohne MobilitätswendeFür den Salzburg-AG-Vorstandssprecher Michael Baminger ist die Investition in die Obusremise Teil einer ganzheitlichen Energie- und Mobilitätswende: „Keine Energiewende ohne Mobilitätswende. Wer die Energieversorgung und Mobilität der Zukunft gestalten will, muss beide Bereiche zusammendenken. Der Obus steht in Salzburg seit Jahrzehnten für emissionsfreie Mobilität. Mit der Modernisierung der Obusremise investieren wir jetzt in die Infrastruktur, die es braucht, damit dieses erfolgreiche Verkehrssystem auch in Zukunft zuverlässig funktioniert und weiter wachsen kann. Als Salzburg AG verbinden wir Energie und Mobilität und gestalten damit wesentliche Bereiche der Zukunft unserer Stadt und unseres Landes.“
Obusbereich wesentlich gestärktBaminger hebt zugleich hervor, dass die Salzburg Linien den Obusverkehr bereits in den vergangenen Jahren in mehreren Bereichen wesentlich weiterentwickelt und gestärkt haben:
- Erfolgreiches Recruiting und Personalgewinnung haben die Zahl an Obuslenker:innen erhöht und die Voraussetzungen für ein verlässliches Verkehrsangebot geschaffen
- aktuell 341 Obuslenker:innen (zum Vergleich: Ende 2023 waren es 276)
- Rückkehr zum 10-min-Takt im September 2024
- Digitalisierung des Ticketverkaufs mit Oktober 2025
- Modernisierung der Obusflotte
Als Herausforderung für die Zukunft sieht Baminger die Implementierung von Fahrzeugen mit neuen Antriebstechnologien. „Wir stehen neuen Antriebstechnologien offen und positiv gegenüber und verfolgen die rasante technische Entwicklung aufmerksam. Entscheidend sind die Fakten: Wann und in welchem Umfang bei den Salzburg Linien alternative Antriebstechnologien eingesetzt werden, wird anhand von technischer Reife, Zuverlässigkeit, Kapazität, Wirtschaftlichkeit und den Anforderungen des künftigen Verkehrsangebots beurteilt“, so Baminger.
Eigenversorgung mit Strom aus Photovoltaik
Ein wesentlicher Bestandteil der ersten Bauphase in der Obusremise ist die Errichtung einer neuen Bereitstellungshalle. Dort werden künftig die täglichen Wartungen, einfache Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Darüber hinaus entstehen zwei Waschstraßen und Lackieranlagen. In den Obergeschossen werden Lager- und Technikräume geschaffen.
Die bestehenden Abstellhallen werden im weiteren Projektverlauf schrittweise abgetragen und erneuert. Der modernisierte Betriebshof wird auf die Anforderungen einer wachsenden Busflotte ausgerichtet. Künftig können am Standort bis zu 160 eObusse gewartet, instandgehalten und abgestellt werden. Aktuell umfasst der Fuhrpark der Salzburg Linien 129 Obusse. Auch die Eigenversorgung mit Strom durch Photovoltaik ist Teil des Zukunftskonzepts.
Basis für ein hochwertiges Mobilitätsangebot„Mit der Modernisierung und Erweiterung der Obusremise schaffen wir eine zentrale Grundlage, um den öffentlichen Verkehr in Salzburg langfristig leistungsfähig und zukunftsfit weiterzuentwickeln. Das Projekt stellt sicher, dass wir unser wachsendes Angebot zuverlässig abwickeln und unseren Fahrgästen auch künftig ein hochwertiges Mobilitätsangebot bieten können“, betont Reinhard Gassner, Geschäftsführer der Salzburg Linien Verkehrsbetriebe GmbH.
Bessere Infrastruktur und ArbeitsbedingungenGleichzeitig ist das Projekt auch eine Investition in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Salzburg Linien. „Moderne Infrastruktur schafft bessere Arbeitsbedingungen, effizientere Abläufe und mehr Sicherheit im täglichen Betrieb. Davon profitieren sowohl unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch unsere Fahrgäste“, so Gassner.
Baustein für die Mobilität„Der öffentliche Verkehr ist ein zentraler Baustein für die Mobilität der Zukunft in Salzburg. Um den Stadtverkehr leistungsfähig weiterzuentwickeln, braucht es eine klare strategische Ausrichtung und gezielte Investitionen. Mit der Modernisierung und Erweiterung der Obusremise schaffen wir wichtige Voraussetzungen, um den öffentlichen Verkehr in Salzburg langfristig zu stärken und für kommende Anforderungen zu rüsten“, betont der Vorsitzende des SLV-Verkehrsbeirates, Tarik Mete.
Daten und Fakten zum Obus:
- Fahrgäste (2025): rund 35,2 Millionen
- Flotte: 129 Obusse, davon 50 eObusse mit Dynamik-Charging-System (Batterien werden wäh-rend der Fahrt unter der Oberleitung geladen, Anm.)
- Obusnetz: 12 Linien mit einer Netzlänge von rund 128 km
- Fahrplanleistung (2025): rund 6,5 Millionen Kilometer
- Länge der (Doppel)Fahrleitung: 143 Kilometer – gesamt also 286 km Fahrleitung
- Mitarbeiter:innen Salzburg Linien: gesamt 677, davon 341 Obuslenke:innen (zum Vergleich: Ende 2023 waren es 276)