Wasserkraft seit Kaisers Zeiten

08.06.2020

Die vier Wasserkraftwerke des Gasteiner Tals im Überblick

Die Salzburg AG versorgt das gesamte Bundesland mit sauberem Strom aus erneuerbarer Energie. Wasserkraft ist neben Photovoltaik die treibende Kraft für die Energiewende in Salzburg. Um den Anteil an erneuerbarer Energie stetig zu vergrößern, setzt das Unternehmen bei den Wasserkraftwerken vor allem auf die Erweiterung der Anlagenflexibilität und der Speicherkapazitäten. Auch der Ausbau der Erzeugungsanlagen wird forciert. Aus diesem Grund hat die Salzburg AG am 30. März 2020 das Kraftwerk Forellenhof im Gasteiner Tal erworben.
Im Gasteiner Tal floss bereits vor dem 19. Jahrhundert das erste Mal Strom. Aus den Familienfonds des Kaiserhauses wurde 1886 in Bad Gastein ein Kraftwerk gebaut. 1898 ging an der Gefällestufe der Gasteiner Ache in Klammstein ein Wasserkraftwerk in Betrieb.1902 wussten sich vier von fünf Hoteliers zu helfen. Sie holten mit Hilfe ihrer eigenen Kraftwerke elektrisches Licht in die Zimmer ihrer Unterkünfte, ehe die Gemeinde 1914 ein Kraftwerk am Fuße des Gasteiner Wasserfalls errichtete. Bei einer Fallhöhe von 85 Metern hatten die beiden Francis-Turbinen jeweils eine Leistung von 500 Kilowatt. Das im Jugendstil erbaute Kraftwerk Gastein war bis 1996 in Betrieb.

So einzigartig wie die Natur
Mehr als 200 Millionen Euro wendete die Salzburg AG für ihre Kraftwerksanalgen im Gasteiner Tal auf. Bei der Planung, dem Bau und der Instandhaltung achtet das Unternehmen vor allem auf hohe Sicherheitsstandards und den Einklang mit der Natur. Hier arbeitet die Salzburg AG eng mit Raumplanung, Landschafts- und Naturschutz zusammen, denn jeder Um- und Neubau von Kraftwerken ist auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und bringt wichtige Investitionen für die Region. Die vier Kraftwerke im Gasteiner Tal versorgen rund 75.000 Haushalte mit sauberem Strom aus Wasserkraft.

Kraftwerk Nassfeld
Das Kavernenkraftwerk Nassfeld wurde als erstes Pumpspeicherkraftwerk der Salzburg AG in den Jahren 1980 bis 1982 errichtet. Die maschinellen Anlagen sind in einem 58 Meter tiefen Schacht direkt neben dem Tagsesspeicher Nassfeld untergebracht. Hier befindet sich auch die Pumpturbine, die direkt mit dem Generator gekoppelt ist. Wasser aus dem Speicher Bockhartsee treibt im Krafthaus bei Stromerzeugung eine Turbine an und fließt danach entweder direkt weiter zum Kraftwerk Böckstein oder in den Speicher Nassfeld. Sollte der Strombedarf einmal geringer sein, wird das Wasser durch die Pumpturbine aus dem Speicher wieder direkt in den Bockhartsee gepumpt. Das bereits einmal eingesetzte Wasser steht in Zeiten von hohem Stromverbrauch somit erneut zur Verfügung. 2007 vergrößerte die Salzburg AG das Fassungsvermögen des Bockhartsees und des Nassfeld Speichers. Somit kann seither noch mehr sauberer Strom produziert werden. Der Bockhartsee ist ein natürlicher See, der schon seit 1912 für die Stromgewinnung genutzt wird. Er bewährt sich aber auch als Hochwasserschutz. Der vergrößerte Jahresspeicher und die Pumpturbine können Hochwasserwellen an der Gasteiner Ache nun noch effektiver reduzieren.

Kraftwerk Böckstein
Das Kraftwerk Böckstein wurde 1981 ans Netz genommen. Es ist gleichzeitig das erste Kraftwerk der Salzburg AG mit einer Innenraumschaltanlage. Alle Anlagenteile zum Umspannen der Energie, die normalerweise außerhalb des Kraftwerkshauses liegen, sind im Kraftwerk untergebracht. Der Speicher des Kraftwerks Böckstein nimmt Wasser von der Naßfelder Ache, der Hüttenwinklache, des Lenzangerbaches und das abgearbeitete Wasser des Kraftwerks Naßfeld aus dem Bockhartsee auf. Insgesamt hat der Tagesspeicher Platz für 230.000 Kubikmeter Wasser. Die im Kraftwerk Böckstein erzeugte Energie fließt über die 110 kV Leitung direkt zum Umspannwerk Angertal.

Kraftwerk Remsach
Im Talgrund zwischen Bad Hofgastein und Bad Gastein findet man das Kraftwerk Remsach. Es wurde 1996 als Ersatzanlage für das alte Wasserkraftwerk am Gasteiner Wasserfall und des Kraftwerks Angertal errichtet. Das Kraftwerk Remsach nutzt das Wasser, das die Turbinenanlagen von Nassfeld, Böckstein und Forellenhof bereits durchlaufen hat und jenes des Angerbaches. Der Bockhartsee ist somit der Jahresspeicher für die Kraftwerkskette des Gasteiner Tals. Pro Jahr erzeugt das Kraftwerk Remsach 102 Millionen Kilowattstunden Strom. Direkt vor dem Krafthaus liegt ein 100.000 Kubikmeter fassendes Ausgleichsbecken, das Wasser von den beiden Francis-Turbinen aufnimmt. Eine Peltonturbine sorgt dafür, dass das Wasser des Angerbaches ganzjährig genutzt werden kann.

Kraftwerk Forellenhof
Das Kraftwerk Forellenhof zählt seit Ende März 2020 zu den vier Kraftwerken der Kraftwerksgruppe Gasteiner Tal. Das Kleinwasserkraftwerk liefert 2,2 GWh sauberen Strom im Jahr und deckt damit den Bedarf von rund 600 Haushalten. So können bis zu 1,8 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Für mehr Einblick hinter die Kulissen der Kraftwerksgruppe Gasteiner Tal geht es hier zur Reportage der Salzburg AG.

Die Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation betreibt wesentliche Bereiche, die zu unser aller Lebensqualität und wirtschaftlichen Entwicklung beitragen: Energie, Mobilität und Kommunikation. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen rund um Strom, Erdgas, Fern- und Nahwärme, Verkehr sowie den CableLink-Produkten Kabel-TV, Internet und Telefonie gewährleisten wir verlässliche Infrastruktur zum Leben. Damit das Leben der Salzburgerinnen und Salzburger in Zukunft noch komfortabler und nachhaltiger wird. Im Geschäftsjahr 2019 verzeichnete die Salzburg AG mit rund 2.300 Mitarbeitern 1.536,1 Mio. Euro Umsatz.

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Das Kraftwerk Remsach erzeugt pro Jahr 102 Millionen Kilowattstunden Strom. (. jpg )

Im Talgrund zwischen Bad Hofgastein und Bad Gastein findet man das Kraftwerk Remsach.

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